Traumatherapie in Hamburg Altona Ottensen & Hohwacht Plön Holstein

 

Willkommen bei der professionellen Traumatherapie Hamburg Altona. Zudem ist Egon Molineus als Psychologischer Psychotherapeut und Traumatherapeut mit EMDR nach Francine Shapiro zertifiziert. Deshalb biete ich Ihnen evidenzbasierte Hilfe zur Verarbeitung von Traumata an.

 

 

 

Was ist ein Trauma in der Traumatherapie Hamburg Altona?

Ein psychisches Trauma entsteht zunächst durch ein zutiefst erschütterndes Ereignis. Folglich hinterlässt solch ein Erlebnis tiefe seelische Wunden. Außerdem versetzt es die betroffene Person in einen Zustand extremer Angst und Hilflosigkeit, weil sie die Situation nicht bewältigen konnte.

 

 

 

Wie sich ein Trauma im Körper verankert – Erkenntnisse aus der Traumatherapie

Ein Trauma speichert sich biochemisch im Gehirn. Das ist besonders bemerkenswert. Zudem verankern sich diese traumatischen Erfahrungen auf genetischer Ebene in der DNA der Zellen. Deshalb können sie an nachfolgende Generationen weitergegeben werden.

Diese Erkenntnisse verdeutlichen einen wichtigen Punkt: Psychische Traumata beeinträchtigen nicht nur das unmittelbare Leben der Betroffenen. Sondern sie haben auch tiefgreifende, langfristige Auswirkungen auf die Nachkommenschaft. Aus diesem Grund ist es notwendig, traumatische Erlebnisse frühzeitig zu erkennen und professionell zu behandeln.

 

 

Traumatische Erfahrungen erkennen: Typische Auslöser für Traumafolgestörungen

Traumatisierungen können beispielsweise durch vielfältige Ereignisse ausgelöst werden. Zu den möglichen Auslösern gehören unter anderem:

  • Ein Unfall, ein Überfall oder ein Unglück
  • Ein Brand oder eine Katastrophe
  • Körperliche wie seelische Misshandlung, Gewalt oder grausame Bestrafung
  • Krieg, Geiselnahme, Vergewaltigung, sexuellen Missbrauch oder Folter
  • Lebensbedrohliche medizinische Zustände (z.B. Krebserkrankung)
  • Emotionale Vernachlässigung, Verwahrlosung, soziale Ausgrenzung oder Mobbing

 

 

Trauma als Zeuge erleben: Wenn Sie ein traumatisches Ereignis miterlebt haben

Auch wenn Sie nicht direkt betroffen waren, können Sie ein Trauma erleiden. Wenn Sie ein traumatisches Ereignis als Zeuge miterleben mussten, führt dies oft zu einer tiefgreifenden Traumatisierung.

 

 

 

Symptome nach einem Trauma: Anzeichen für eine Traumafolgestörung

 

Viele Betroffene fühlen sich nach einem Trauma oft in einer Art Daueralarmzustand. Erlebten Sie folgende posttraumatische Erscheinungen?

  • Belästigt Sie das Gefühl der Gefahr und Sie sind dauernd auf der Hut?
  • Leiden Sie unter Schlaf- und Konzentrationsschwierigkeiten, Scham- und Schuldgefühlen oder Anspannung?
  • Plagen Sie Erinnerungen an das schockierende Ereignis oder Alpträume?
  • Sind Sie so nervös oder wütend, dass Sie mehr schwitzen oder Herzrasen spüren?
  • Müssen Sie alles vermeiden, was Sie daran erinnert (verbal, örtlich, sozial oder mental)?
  • Fühlen Sie sich emotional „wie betäubt“ oder entfremdet?
  • Haben Sie die Hoffnung oder die Kontrolle verloren und greifen zu Beruhigungsmitteln oder Alkohol?
  • Überfordern Sie Ihre täglichen Aufgaben?
  • Sind Sie misstrauischer geworden und haben sich von anderen Menschen zurückgezogen?

 

 

 

Unbehandelte Traumata: Folgen ohne professionelle Traumatherapie

Traumatische Erfahrungen verursachen oft schwere psychische Störungen, wenn man sie nicht behandelt. Dazu zählen insbesondere:

  • Akute Belastungsreaktion und Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Depression, Angststörungen (wie Panikstörungen) und Phobien
  • Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch
  • Körperliche Erkrankungen und psychosomatische Störungen
  • Wiederkehrende Albträume und dissoziative Zustände
  • Selbstverletzendes Verhalten bis hin zu Suizid

Oft sind die traumatisierenden Ereignisse zunächst nicht mehr im bewussten Gedächtnis. Dennoch leiden Betroffene unter psychosomatischen Störungen. Durch rechtzeitige Hilfsmaßnahmen lassen sich Symptome stark reduzieren. So vermeiden Sie langfristige chronifizierte Störungen.

 

 

Trauma-Diagnose in der Traumatherapie Hamburg Altona

Symptome der Akuten Belastungsreaktion

Welche Symptome zeigt eine Akute Belastungsreaktion? Zuerst folgen nach dem traumatischen Ereignis innerhalb einer Stunde manche Symptome:

  • Dissoziativer Stupor, Herzklopfen, erhöhte Herzfrequenz
  • Schweißausbrüche, Tremor, Mundtrockenheit, Atembeschwerden
  • Beklemmungsgefühl und Thoraxschmerzen
  • Nausea oder abdominelle Missempfindungen (z.B. Kribbeln im Magen)
  • Schwindel, Unsicherheit, Schwäche und Benommenheit
  • Derealisation (Objekte wirken unwirklich) oder Depersonalisation
  • Angst vor Kontrollverlust oder Angst zu sterben
  • Hitzegefühle, Kälteschauer, Muskelverspannungen und Schmerzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten, anhaltende Reizbarkeit und Einschlafstörungen
  • Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit oder unangemessene Überaktivität

Wenn die Belastung vorübergehend ist, klingen die Symptome nach frühestens acht Stunden ab. Hält die Belastung hingegen an, beginnen die Symptome nach höchstens 48 Stunden nachzulassen.

 

 

Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)

Welche Symptome treten bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) auf? 

A. Zunächsterleben die Betroffenen ein Ereignis von außergewöhnlicher Bedrohung. Dies löst nahezu bei jedem tief greifende Verzweiflung aus. 

B. Danach plagen anhaltende Erinnerungen die Betroffenen. Beispielsweisesind Flashbacks, sich wiederholende Träume oder innere Bedrängnis typisch. 

C. Außerdem meiden Betroffene Umstände, die der Belastung ähneln. Dieses Vermeidungsverhalten bestand vor dem Erlebnis nicht. 

D. Entweder erinnern sich Betroffene teilweise nicht mehr an die Belastung. Oder sie leiden unter erhöhter psychischer Sensitivität mit zwei Merkmalen: Nämlich Ein- und Durchschlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Hypervigilanz oder erhöhte Schreckhaftigkeit. 

E. Schließlichtreten diese Kriterien innerhalb von sechs Monaten nach dem Belastungsereignis auf.

 

 

 

Spezielle Psychotraumatologie: Höchste fachliche Standards

Die Traumatherapie Hamburg Altona behandelt posttraumatische Symptome mit evidenzbasierten Therapieverfahren. Diese umfassen vor allem traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie und EMDR.

Zudem zertifiziert die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) die zweijährige Weiterbildung. Sie richtet sich ausschließlich an approbierte Psychologische Psychotherapeuten sowie an Fachärzte.

 

 

 

Der Qualifikationsweg in Deutschland

In Deutschland regelt das System den Zugang zur Speziellen Psychotraumatologie streng und stufenweise:

  • Zunächst absolvieren Sie ein Grundstudium in Psychologie oder Medizin.
  • Danach folgt die psychotherapeutische Qualifikation (fünfjährige Weiterbildung).
  • Schließlich absolvieren approbierte Therapeuten die zweijährige Spezialisierung.

Deshalb gewährleistet diese mehrstufige Qualifikation höchste fachliche Standards. Sie ist eine zwingende Voraussetzung für die professionelle Behandlung posttraumatischer Störungen.

 

 

Traumafokussierte Therapie vs. symptomorientierte Ansätze in der Traumatherapie

Traumafokussierte Therapien zielen direkt auf die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse ab. Bekannte Methoden sind beispielsweise TF-KVT und EMDR.

Nicht-traumafokussierte Therapien konzentrieren sich hingegen auf die Bewältigung von Symptomen. Beispiele hierfür sind Stressimpfungstraining oder stabilisierende Gruppenprogramme.

Phasenbasierte Ansätze kombinieren beide Ansätze. Zuerst beginnen sie oft mit stabilisierenden Maßnahmen. Danach gehen sie zur direkten Traumaverarbeitung über. Deshalb ist bei PTBS die traumafokussierte Therapie die erste Wahl. Phasenbasierte Ansätze bieten jedoch eine flexible Kombination.

 

 

Ablauf meiner Traumatherapie in Hamburg Altona: Phasenmodell

Die spezielle Psychotraumatherapie ist ein umfassender Ansatz. Ich passe ihn individuell an die Bedürfnisse und Erfahrungen jedes Patienten an.

 

1. Sicherer therapeutischer Rahmen & 2. Stabilisierung

Zunächst schaffe ich einen sicheren und vertrauensvollen therapeutischen Rahmen. Bevor wir traumatische Erlebnisse direkt angehen, stabilisieren wir den Patienten. Deshalb erlernt der Patient Techniken, um mit akuten Symptomen umzugehen. Dazu gehören beispielsweise Atemübungen, Achtsamkeitsübungen und Bodenständigkeitsübungen.

 

 

 

3. Traumabearbeitung & 4. Emotionale Verarbeitung

Danach bearbeiten wir das Trauma durch verschiedene therapeutische Ansätze. Häufig verwendete Methoden sind unter anderem EMDR, Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und Narrative Expositionstherapie (NET). Außerdem ist die emotionale Verarbeitung wichtig. Dabei fühlt und drückt der Patient Emotionen wie Angst, Wut und Trauer aus. Ich unterstütze den Patienten dabei, diese zu akzeptieren.

 

 

 

5. Kognitive Neubewertung & 6. Integration

Zusätzlich umfasst die Therapie die kognitive Neubewertung. Dabei identifizieren wir negative Gedanken und ersetzen diese. Danach wird das Erlebnis in die Lebensgeschichte integriert. Das Trauma wird so als Teil der Geschichte akzeptiert, ohne dass es die Identität dominiert.

 

 

 

7. Reduktion von Flashbacks & 8. Somatische Verarbeitung

Durch EMDR und Achtsamkeit reduzieren wir die Häufigkeit von Flashbacks. Außerdem ist die somatische (körperliche) Verarbeitung wichtig. Dabeinimmt der Patient Körperempfindungen wahr. So regulieren wir körperliche Reaktionen.

 

 

 

9. Förderung von Sicherheit & 10. Soziale Unterstützung

Ein zentraler Aspekt ist zudem die Wiederherstellung von Sicherheit und Kontrolle. Außerdem betonen wir die Rolle der sozialen Unterstützung. Deshalb baut der Patient ein starkes Netzwerk auf und achtet auf eine gesunde Lebensführung.

 

 

 

11. Langfristige Nachsorge und Prävention

Schließlich entwickeln wir langfristige Präventionsstrategien. So vermeiden Sie Rückfälle und erhalten die erzielten Fortschritte. Danach umfasst dies regelmäßige therapeutische Sitzungen

 

 

 

Spezielle Therapiemethoden der Traumatherapie Hamburg Altona

 

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DBT-PTBS: Traumatherapie-Methode zur Traumabearbeitung

Das Dialektisch-Behaviorale Therapieprogramm strukturiert die Traumakonfrontation in vier Phasen:

Phase 1: Zunächst ermöglichen wir eine kontrollierte Konfrontation. Dabei umfassen die Techniken Achtsamkeitsübungen.

Phase 2: Danach findet die Konfrontation statt. Beispielsweise nutzen wir Narrative Exposition.

Phase 3: Anschließend verbalisieren wir die Erinnerungen. Dabei helfen Zeitstrahlen.

Phase 4: Schließlich stellen wir die Integration sicher. Zudem reduzieren wir Vermeidungsverhalten.

 

 

Trauma-fokussierte kognitive Verhaltenstherapie (TF-KVT)

TF-KVT ist eine spezialisierte Therapieform.

  1. Zuerst lernt der Patient Techniken zur Bewältigung. Außerdem erklärt Psychoedukation das Gehirn.
  2. Danach bearbeiten wir die Erlebnisse direkt. Beispielsweise sind Methoden Expositionstherapie.
  3. Schließlich integrieren wir die Strategien. So erreichen wir eine Verbesserung.

 

 

EMDR in Hamburg & Plön und Ostholstein

Zudem ist Egon Molineus mit EMDR nach Shapiro zertifiziert. EMDR steht für Eye-Movement Desensitization and Reprocessing (Desensibilisierung und Neuverarbeitung mit Augenbewegungen).

 

 

Wie funktioniert EMDR in der Traumatherapie?

EMDR ist eine entspannende Methode. Deshalbführen wir sie in der Sicherheit der Sitzung durch. Außerdem vermeiden wir eine Retraumatisierung.

Der Therapeut nutzt dafür Augenbewegungen u.a. Zudem richtet er die Aufmerksamkeit auf die Erinnerung.

Dadurch bewirkt die Stimulation eine Entspannung. So ermöglicht sie eine Verarbeitung. Danachgewinnen wir blockierte Erfahrungen zurück. Schließlich installieren wir positive Gedanken.

 

 

Für welche Traumafolgestörungen ist EMDR wirksam?

EMDR wirkt beispielsweise erfolgreich bei Störungen nach Traumatisierungen. Dazu gehören:

  1. Akute Belastungsreaktion und PTBS
  2. Somatisierungsstörungen und chronische Schmerzsyndrome
  3. Panikstörungen und Phobien
  4. Komplizierte Trauerreaktionen
  5. Substanzabhängigkeiten

 

 

 

Das EMDR-Protokoll (Der Ablauf in der Praxis)

Das Protokoll folgt einem Modell:

  1. Zunächst prüfe ich Kontraindikationen.
  2. Danach vermitteln wir Entspannungstechniken.
  3. Anschließend identifizieren wir das Ausgangsbild.
  4. Dann verarbeitet die Stimulation die Erinnerung.
  5. Danach installieren wir die positive Überzeugung.
  6. Zusätzlich prüfen wir auf Unstimmigkeiten.
  7. Schließlich stellen wir das Gleichgewicht her.
  8. Zuletzt überprüfen wir den Erfolg.

 

 

 

Wissenschaftliche Anerkennung von EMDR als Traumatherapie-Methode

Gutachten zur wissenschaftlichen Anerkennung der EMDR-Methode (Eye-Movement-Desensitization and Reprocessing) zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung

Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie verabschiedete in der Sitzung vom 6. Juli 2006 das folgende Gutachten zur wissenschaftlichen Anerkennung der EMDR-Methode (Eye-Movement-Desensitization and Reprocessing) zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung:

1. Grundlagen der Begutachtung

Das Gutachten stützt sich auf folgende Unterlagen:

  1. Ein Gutachtenantrag, der durch die EMDRIA Deutschland e.V. (Fachgesellschaft für EMDR in Deutschland) im Januar 2005 eingereicht wurde,
  2. ergänzt durch insgesamt 21 Originalstudien zur EMDR bei Erwachsenen, die als kontrolliert und randomisiert bezeichnet werden, zwei kontrollierte nicht randomisierte Originalstudien und drei unkontrollierte Originalstudien. Der Antrag wurde ergänzt durch vier Meta-Analysen zur Wirkung von EMDR bei Erwachsenen, von denen zwei in Zeitschriften mit Peer-Review-Verfahren veröffentlicht sind. Ferner wurden vier kontrollierte und randomisierte sowie drei weitere Studien zur Anwendung der EMDR-Methode bei Kindern und Jugendlichen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung eingereicht.

2. Gutachtenauftrag/Fragestellung

Gemäß dem Gutachtenantrag wird von der Fachgesellschaft EMDRIA-Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit der Sektion für Psychotraumatologie der Universität Heidelberg der Antrag gestellt, die EMDR-Methode als wissenschaftlich begründetes Verfahren anzuerkennen. Der Antrag ist begrenzt auf die Anwendung der EMDR-Methode bei Patienten mit der Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS; ICD10: F43.1; DSM-IV: 309.81).

Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie nach § 11 PsychThG hat mit Beschluss vom 15.09.2003 festgelegt, dass er für die Entscheidung, ob ein Verfahren oder eine Methode die Kriterien für eine wissenschaftliche Anerkennung erfüllt, die Wirksamkeitsnachweise für definierte Anwendungsbereiche der Psychotherapie bei Erwachsenen bzw. bei Kindern und Jugendlichen prüft. Der Wirksamkeitsnachweis für einen Anwendungsbereich kann danach in der Regel dann als gegeben gelten, wenn in mindestens drei unabhängigen, methodisch adäquaten Studien die Wirksamkeit bei Störungen aus diesem Bereich nachgewiesen ist und mindestens eine Studie eine Katamneseuntersuchung mindestens sechs Monate nach Therapieabschluss einschließt, die den Therapieerfolg auch noch mindestens sechs Monate nach Therapieende nachweist.

Die üblicherweise in einem zweiten Schritt vorgenommene Prüfung, ob eine Empfehlung zur Zulassung als Verfahren zur vertieften Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten entsprechend § 1 Absatz 1 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten ausgesprochen werden kann, entfällt im Falle des hier begutachteten Antrags, da die wissenschaftliche Anerkennung nur für einen Anwendungsbereich der Psychotherapie bei Erwachsenen sowie einen Anwendungsbereich der Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen (Posttraumatische Belastungsstörung) gestellt wurde.

3. Definition

Gemäß dem Gutachtenantrag ist EMDR eine psychotherapeutische Methode, bei der durch bilaterale Stimulation die Verarbeitung traumatisch erlebter Erfahrungen ermöglicht wird. EMDR folgt einem achtphasigen Behandlungskonzept, dessen Kernstück ein Prozess ist, bei dem der Patient sich auf bestimmte Anteile seiner traumatischen Erinnerung konzentriert und gleichzeitig den Fingerbewegungen des Therapeuten folgend die Augen bewegt. Der Verarbeitungsprozess kann auch durch andere Formen der "bilateralen Stimulation" mit dem rhythmischen Berühren beider Hände oder durch wechselseitige Beschallung beider Ohren induziert werden. Es wird davon ausgegangen, dass dadurch ein "meist mit einer zügigen Entlastung verbundener assoziativer Verarbeitungsprozess ausgelöst" wird, in dem durch spontane Verbindungen von Erinnerungsbruchstücken aus dem traumatisierenden Ereignis mit Elementen aus dem biografischen Gedächtnis ("Kontextualisierung") oder einfaches Verblassen der traumatischen Erinnerung für viele Patienten eine affektive Entlastung spürbar wird.

4. Von den Antragstellern genannte Indikation

Die primäre Indikation für die Anwendung der EMDR ist die Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) im Einzelsetting.

Als Kontraindikationen gelten laut Antragsteller "akute Psychosen sowie komorbide schwere dissoziative Symptome und komorbide schwere Persönlichkeitsstörungen". Darüber hinaus werden im Gutachtenantrag folgende weitere relative Kontraindikationen genannt: "fehlende soziale Sicherheit, insbesondere anhaltende Traumaeinwirkung oder anhaltender Täterkontakt; unzureichende Stabilität im körperlichen, sozialen und psychischen Bereich; akute körperliche Erkrankungen; akute psychiatrische Störungen; dekompensierte Angsterkrankung; schwere Depressionen mit akuter Suizidalität; aktiver Substanzmissbrauch".

5. Theorie

Die Theorie der EMDR stützt sich laut Antrag auf ätiologische Modelle der Entstehung posttraumatischer Symptome, die eine gestörte Informationsverarbeitung infolge traumatischer Ereignisse annehmen. Die Ätiologiemodelle gehen davon aus, dass traumatische Ereignisse mit dem Erleben extremer Hilflosigkeit und Ohnmacht einhergehen, die daraus resultierende Belastung führt zu einer Überforderung der psychischen Bewältigungs- und Verarbeitungsmechanismen. Die Modelle nehmen ferner an, dass Erinnerungen eine traumatische Qualität erreichen, wenn ihre Integration in das semantische Gedächtnis fehlschlägt. Daraus folgen separat registrierte, sensorische Elemente der Erfahrung, die unabhängig von dem Kontext, dem sie angehören, aktiviert werden können.

Modelle zur Wirksamkeit der EMDR-Methode stützen sich auf drei unterschiedliche Konzepte: zum einen wird vermutet, dass die EMDR-Behandlung zu einer Dekonditionierung wirksamer Auslöserreize beiträgt durch wiederholte imaginäre Exposition mit der belastenden Erinnerung, die im Rahmen der EMDR-Behandlung wiederholt und kontrolliert erfolgt. Des Weiteren werden in der Behandlung dysfunktionale Kognitionen bearbeitet. Durch Entspannungsinduktion über die bilaterale Stimulierung - so die Theorie - soll es zu einer beschleunigten Dekonditionierung kommen. Hypothesen zur Wirksamkeit der EMDR-Methode stützen sich in diesem Kontext auf psychophysiologische Befunde zur Orientierungsreaktion bei der Konfrontation mit neuen Reizen. Die für die EMDR-Methode spezifische bilaterale Stimulation soll zu einer länger ausgeprägten Orientierungsreaktion, gekoppelt mit einer parasympathischen Stimulierung führen, wodurch der aversive Reiz der traumatischen Erinnerung dann an einen nicht-aggressiven Entspannungsreiz gekoppelt würde.

Ein drittes Modell geht davon aus, dass durch repetitive parasympathische Stimulation eine Beschleunigung der Informationsverarbeitung erfolgt. Die wiederholten sakkadischen Augenbewegungen im Zusammenhang mit der EMDR-Behandlung sollen zu einer Vagusstimulierung führen, die durch einen reziproken Mechanismus einen Verarbeitungsmodus anstößt, der dem REM-Schlaf ähnlich ist.

6. Diagnostik

Neben einer sorgfältigen allgemeinen Diagnostik, die in der Psychotherapie generell üblich ist (biografische Anamnese, Sozialanamnese, aktueller psychopathologischer Befund, allgemeinmedizinisch-neurologische Untersuchung) halten die Antragsteller eine Diagnostik der Art der Traumatisierung und deren Bewältigung bzw. Konsequenzen, die Diagnostik von Komorbiditäten sowie eine störungsspezifische Diagnostik für notwendig, die eine reliable und valide Diagnose einer PTBS oder eines Teilsyndroms der PTBS zum Inhalt hat. Als Hauptgegenstände einer Prozessdiagnostik werden folgende Aspekte genannt: Sicherheit in körperlicher und sozialer Hinsicht, psychische Stabilität, Stabilität des Arbeitsbündnisses, Ausprägung von Übertragungsmanifestationen (unbeabsichtigtes Wiederholen dysfunktionaler Beziehungsmuster), Tendenz/Neigung, intrapersonale Konflikte bevorzugt handelnd zu lösen. Als besonders bedeutsam für eine EMDR-Behandlung wird die kontinuierliche Prüfung der Stabilität und äußeren Sicherheit des Patienten postuliert.

7. Wirksamkeitsnachweise bei Erwachsenen

Von insgesamt 21 unabhängigen randomisiert-kontrollierten Studien, die sich auf den Anwendungsbereich (Belastungsstörungen, F43) beziehen, können 13 nicht anerkannt werden, da entweder keine Effekte nachweisbar waren, keine Randomisierung durchgeführt worden war oder andere Einschränkungen der methodischen Studienqualität festzustellen waren (zu kleine Stichproben, keine echte Kontrollgruppe, keine standardisierten Instrumente, Patienten weisen keine PTBS auf) [1]. Fünf nicht-randomisierte Vergleichsstudien sowie drei nicht-kontrollierte Studien können aus diesen Gründen ebenfalls nicht anerkannt werden.

Die Wirksamkeit der EMDR-Methode bei Patienten mit PTBS - in einigen Studien allerdings vergleichbar mit den Effekten einer Expositionsbehandlung - belegen acht Studien (Nr. 5, 6, 9, 10, 11, 13, 18, 19). Da mindestens eine Studie vorliegt (Nr. 19), in der eine Katamnese von mindestens sechs Monaten durchgeführt und die Stabilität der Effekte belegt wurde, sind die vom Wissenschaftlichen Beirat festgelegten Kriterien für die Anerkennung in dem Anwendungsbereich 3 (Belastungsstörungen, F 43) erfüllt. Es ist allerdings anzumerken, dass der wissenschaftliche Nachweis für die Wirksamkeit der für die EMDR spezifischen Techniken (insbesondere der bilateralen Stimulation) bisher nicht eindeutig erbracht ist. Die beiden in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichten Meta-Analysen (Nr. 33, 35) kommen eher zu dem Schluss, dass die EMDR-Methode im Vergleich zu Kontrollbedingungen und Behandlungen ohne Traumaexposition wirksam ist, dass aber kein systematischer Unterschied zu Expositionsbehandlungen nachgewiesen werden konnte.

8. Wirksamkeitsnachweise bei Kindern und Jugendlichen

Von den insgesamt sieben eingereichten Studien zur Wirksamkeit der EMDR-Methode bei Kindern und Jugendlichen mit der Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung erfüllt nur eine Studie (Nr. 28) das methodische Mindestkriterium einer Vergleichsgruppe. Die Aussagekraft dieser Studie ist durch eine geringe Stichprobengröße eingeschränkt. Unter methodischen Gesichtspunkten ist bei dieser Studie ferner problematisch, dass der klinische Status der Patientinnen als Folge sexuellen Missbrauchs zwar wahrscheinlich ist, jedoch keine differenzierte Diagnostik durchgeführt worden war. In dieser Untersuchung an 14 iranischen Mädchen erwies sich die EMDR-Methode gegenüber der "cognitive-behavioral therapy" (CBT) als vergleichbar wirksam. Eine weitere Studie (Nr. 29) mit Vergleichsgruppe ist bislang nur als Poster auf einem Kongress publiziert worden und kann mangels detaillierter Angaben nicht als Wirksamkeitsnachweis gewertet werden. Es liegen keine Katamnese-Untersuchungen vor, die den Therapieerfolg auch noch mindestens sechs Monate nach Therapieende nachweisen. Insgesamt kann daher die wissenschaftliche Anerkennung der EMDR-Methode bei Kindern und Jugendlichen für diesen Anwendungsbereich nicht festgestellt werden.

9. Anwendung in der Praxis

Die EMDR-Methode hat sich in den letzten Jahren im deutschsprachigen Raum verbreitet und wird sowohl in ambulanten als auch stationären Einrichtungen mit einer Spezialisierung für die Behandlung von Traumaopfern - eingebettet in einen verfahrensspezifischen Behandlungsplan - angewandt.

10. Aus- und Weiterbildung

Zur EMDR existieren in Deutschland Ausbildungsinstitute und Ausbildungscurricula. Zum Erlernen und zur eigenverantwortlichen Anwendung der EMDR-Methode ist eine abgeschlossene, staatlich anerkannte Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin bzw. zum Psychologischen Psychotherapeuten, zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin bzw. zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder eine abgeschlossene ärztliche psychotherapeutische Weiterbildung unbedingte Voraussetzung.

11. Zusammenfassende Stellungnahme

Der wissenschaftliche Beirat Psychotherapie stellt zusammenfassend fest, dass die EMDR-Methode bei Erwachsenen als Methode zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung als wissenschaftlich anerkannt gelten kann.

Die EMDR-Methode kann nicht als Verfahren für die vertiefte Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten entsprechend § 1 Abs. 1 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten empfohlen werden, da sie nicht für die geforderte Mindestzahl von fünf der 12 Anwendungsbereiche der Psychotherapie bei Erwachsenen des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie bzw. für mindestens vier der acht klassischen Anwendungsbereiche als wissenschaftlich anerkannt gelten kann.

Für die Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung im Kindes- und Jugendalter liegen zwar aus einer anerkannten Studie begründete Hinweise für die Wirksamkeit der EMDR-Methode vor. Insgesamt ist jedoch die Anzahl der Studien für eine wissenschaftliche Anerkennung der EMDR-Methode bei Kindern und Jugendlichen für den Bereich der posttraumatischen Belastungsstörungen nicht ausreichend. Bei Kindern und Jugendlichen kann für keinen Anwendungsbereich der Psychotherapie die wissenschaftliche Anerkennung der EMDR-Methode festgestellt werden.

Die EMDR-Methode kann nicht als Verfahren für die vertiefte Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten entsprechend § 1 Abs. 1 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten empfohlen werden, da sie nicht für die geforderte Mindestzahl von vier der acht Anwendungsbereiche der Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie bzw. für mindestens drei der fünf klassischen Anwendungsbereiche als wissenschaftlich anerkannt gelten kann.

Berlin, den 6. Juli 2006

Prof. Dr. Gerd Rudolf
(Vorsitzender)

Prof. Dr. Dietmar Schulte
(Stellvertretender Vorsitzender)

Korrespondenzadressen:

Bundespsychotherapeutenkammer
Klosterstraße 64
10179 Berlin
(Geschäftsführung des WBP der zweiten Amtsperiode)

Bundesärztekammer
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin

 

 

 

 

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Posttraumatische Belastungsstörungen: EMDR als Methode in der Psychotherapie anerkannt

Berlin, 16. Oktober 2014 – Für die Behandlung gesetzlich krankenversicherter Patientinnen und Patienten, die an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden, steht zukünftig eine weitere psychotherapeutische Methode zur Verfügung. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am Donnerstag in Berlin einen entsprechenden Beschluss gefasst, der vorsieht, dass Eye-Movement-Desensitization and Reprocessing (EMDR) als Behandlungsmethode im Rahmen eines umfassenden Behandlungskonzeptes der Verhaltenstherapie, der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie oder der analytischen Psychotherapie angewendet werden kann.

 

„Patienten, die durch Ereignisse und Erfahrungen wie beispielsweise Vergewaltigung, Krieg, Entführung und Folter traumatisiert sind, steht mit EMDR eine weitere Methode in der ambulanten Psychotherapie zur Verfügung. Angesichts gravierender Symptome wie Angst und Suizid­gedanken und erheblicher psychischer Begleiterkrankungen, unter denen Patienten mit PTBS zu leiden haben, ist dies sehr zu begrüßen“, so Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Psychotherapie. „Der Nutzen der EMDR bei der Behandlung von Erwachsenen mit PTBS erwies sich im Bewertungsverfahren des G-BA als wissenschaftlich belegt.“

 

Die Behandlungsmethode EMDR kann auch bei der Verarbeitung weiterer als traumatisch erlebter Ereignisse und Erfahrungen, wie beispielsweise nach Unfällen oder der Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit, angezeigt sein. Das Kernstück der Behandlung bildet nach der Begründerin, der US-Amerikanerin Francine Shapiro, die „Desensibilisierung“. Dabei soll durch kurzzeitiges Inkontakttreten mit der belastenden Erinnerung bei gleichzeitiger bilateraler Stimulation wie rhythmische Augenbewegungen, Töne oder kurze Berührungen etwa des Handrückens die Blockierung aufgehoben und eine zügige Verarbeitung der belastenden Erinnerung ermöglicht werden.

 

Der G-BA bewertet psychotherapeutische Behandlungsformen – ebenso wie andere medizinische Methoden – nach einem festgelegten Verfahren. Überprüft wird dabei, ob psychotherapeutische Verfahren, Methoden oder Techniken medizinisch notwendig und wirtschaftlich sind und ob sie für Patientinnen und Patienten einen wissenschaftlich belegten Nutzen haben.

 

Der Beschluss wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zunächst zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.

 

 

 

 

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