Hypochondrie und Krankheitsangst – Psychotherapie Hamburg & Plön Holstein
Wer unter Hypochondrie oder Krankheitsangst leidet, kennt das beklemmende Gefühl: Sobald ein körperliches Symptom wahrgenommen wird, beginnt sofort der Gedanke, dass es etwas Ernstes bedeuten könnte. Weil die Aufmerksamkeit sich daraufhin immer intensiver auf den eigenen Körper richtet, wächst die Angst stetig. Obwohl Betroffene oft wissen, dass ihre Sorgen übertrieben sein könnten, dreht sich der Teufelskreis aus Fehlinterpretation, Hypervigilanz und Rückversicherung unaufhörlich weiter.
Hypochondrie und Krankheitsangst sind behandelbar, obwohl Betroffene oft jahrelang leiden, bevor sie professionelle Hilfe suchen. Weil die Symptome körperlich erlebt werden, wenden sich viele zunächst an Ärzte, ohne dass eine organische Ursache gefunden wird. Sobald jedoch klar wird, dass die Angst selbst das Problem ist, kann Verhaltenstherapie gezielt ansetzen. Da dysfunktionale Denk- und Handlungsmuster erlernt wurden, lassen sie sich auch wieder verlernen – vorausgesetzt, dass die Therapie konsequent durchgeführt wird.
Therapie bei Hypochondrie und Krankheitsangst in Hamburg und Plön Holstein
Dipl.-Psych. Egon Molineus – Verhaltenstherapeut in Hamburg-Altona und Plön Holstein
Dipl.-Psych. Egon Molineus, Psychologischer Psychotherapeut / Verhaltenstherapie behandelt Krankheitsangst und Hypochondrie in Psychotherapie Hamburg Altona Ottensen. & Psychotherapie Plön Holstein
Hier folgen einige Informationen über diese psychischen Belastungen und über deren Behandlung innerhalb der Verhaltenstherapie.
Hypochondrie: Diagnose und Kriterien
Es besteht Hypochondrie, wenn alle folgenden 3 Kriterien erfüllt werden:
- Anhaltende Überzeugung (über 6 Monate lang) an einer schweren körperlichen Krankheit bereits zu leiden.
- Die ständige Sorge um diese Überzeugung verursacht andauerndes Leiden / eine Störung des alltäglichen Lebens und veranlasst die Patienten, um medizinische Behandlungen / Untersuchungen / Hilfe von Heilern nachzusuchen.
- Trotz medizinischer Feststellung, dass keine ausreichende körperliche Ursache für die körperlichen Symptome vorliegt, besteht die Überzeugung weiter: Akzeptanz der ärztlichen Mitteilung allenfalls für kurze Zeit.
Krankheitsphobie: Angst vor schweren Krankheiten
Krankheitsangst
Weil die Befürchtung, eine schwere Krankheit bekommen zu können, dauerhaft anhält, gilt sie als Hauptmerkmal einer Krankheitsphobie – auch wenn medizinische Befunde keinen Anhalt dafür liefern.
Denkverhalten bei Hypochondrie: Der Teufelskreis der Krankheitsangst
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Haupt-Denkinhalte in der Hypochondrie:
- Krankheitsangst
- Krankheitsüberzeugung
- Körperliche Empfindungen / Beschwerden
Denkfehler in der Hypochondrie (Teufelskreis der hypochondrischen Angst):
Sobald körperliche Empfindungen wahrgenommen werden, werden diese als Zeichen für eine Krankheit gedeutet, weshalb hier hypochondrische Angst entsteht.
Dieses verursacht:
4.- Körperliche Empfindungen werden dann als intensiv wahrgenommen. Angst und deren vegetativen Begelitsymptome (Atemnot, Brustbeschwerden, Erröten, Harn/Stuhldrang, Hyperventilation, Kälte, Mundtrockenheit, Muskelverspannung, Pulsrasen, Schwindel, Schwitzen, Übelkeit, Zittern, Beben) werden stärker (Rückkoppelungsprozess). Dies bestätigt:
5.- Körperliche Empfindungen „sind nicht normal / bedeuten doch Krankheit“ („Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich krank bin“). Angst steigt. Dies verursacht:
3.- Körperliche Empfindungen werden intensiver fokussiert (Hypervigilanz = erhöhte Wachheit) (Arthur Barsky schlug hierfür den Namen „Somatosensorische Verstärkung“). Dies beweist 4, 5 usw.
Handlungsverhalten bei Hypochondrie und Krankheitsangst
Rückversicherung und Vermeidung als dysfunktionale Strategien
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Handlungsfehler in der Krankheitsangst:
Hypochonder und Krankheitsangst-Phobiker handeln nach dem Moto:
- „Hauptsache: Angstgefühl sofort reduzieren!
- Sicherheit um jeden Preis!
- Das Gefühl, das man gesund ist, sichern!“
Um dieses Ziel zu erreichen, machen Hypochonder und Krankheitsphobiker folgende Handlungsfehler:
Handlungsfehler bei Hypochondrie: Rückversicherung und Vermeidung
- Handlungsfehler 1: Rückversicherung/ Sicherheit einholen:
Durch Lektüren
Bei Bekannten/ Fachleuten usw. Die (nicht bestätigende) Erfahrung bei diesen Personen wird leider dann als Zurückweisung/ Ablehnung von Fürsorge/ Unterstützung usw. erlebt.
Durch selbst durchgeführtes Kontrollieren/ Überprüfen / Erforschen des eigenen Körpers
- Handlungsfehler 2: Vermeidung von allem (Orte, Aktivitäten, Handlungen, Personen, Fachleuten), was an die Krankheit / Tod / Sterben erinnert.
Aufgrund von dieser Vermeidung, steigt allmählich die Angst vor den körperlichen Empfindungen, die man vermieden hat.
Aufgrund dessen, erhöht sich dann graduell das Sicherheit-einholende Verhalten, d.h. die Rückversicherung und die Fokussierung auf Empfindungen.
Die Krankheitsangst wird deswegen immer größer.
Folgen der Krankheitsangst: Angstverstärkung durch dysfunktionale Strategien
Konsequenzen der Denk- und Handlungsfehler in der Hypochondrie und in der Krankheitsphobie:
Obwohl Vermeidung und Rückversicherung die Angst kurzfristig lindern, müssen diese Strategien infolgedessen immer häufiger eingesetzt werden, da sie die Angst langfristig verstärken statt sie zu überwinden. (Dies heißt in der Lernpsychologie "Negative Verstärkung der Angst".
Körperliche Empfindungen und die vegetativen Angst-Begleitsymptome werden immer suspekter („gefährlicher!“) (Dies heißt in der Lernpsychologie „Toleranzsenkung“. Lernpsychologie ist die Wissensgrundlage der Verhaltenstherapie).
Verhaltenstherapie bei Krankheitsangst und Hypochondrie
Psychotherapie in Hamburg und Plön Holstein
Damit die Krankheitsangst langfristig abnimmt, sollen sowohl Rückversicherung als auch Vermeidung gezielt beendet werden.
Die krankheitsphobische Vigilanz führt zur SOMATOSENSORISCHEN VERSTÄRKUNG: die körperlichen Empfindungen werden intensiviert. Und dadurch wächst die Krankheitsangst.
- VERHALTENSEXPERIMENTE sollen verhaltenstherapeutisch wahrgenommen werden. Bei diesen kann wahrgenommen werden, wie die krankheitsphobische Fokussierung auf die körperlichen Empfindungen zu deren Intensivierung führt. Es soll hierbei entdecket werden, dass die „bedrohlichen Symptome“ eine alternative Erklärung haben.
- Der Patient wird zudem durch gezielte Fragen oder Beispiele angeregt, neue Informationen selbst zu generieren. Diese Technik heißt Geleitetes Entdecken.
Selbstbeobachtungsprotokolle: Gedanken und Empfindungen erfassen
SELBSTBEOBACHTUNGSPROTOKOLLE:
In den Angst-Auslösenden-Situationen soll Selbstbeobachtung der dysfunktionalen Gedanken, Gefühlen, Handlungen und körperlichen Empfindungen systematisch und schriftlich erfasst werden.
Siehe oben: „Denkverhalten in der Hypochondrie“ und „Handlungsverhalten in der Hypochondrie und Krankheitsangst“.
Diese dysfunktionalen Gedanken und -Handlungen sollen erfasst werden. Diese tragen zur Erzeugung und Intensivierung der Missempfindungen und der krankheitsphobischen Alarm-Reaktionen bei. In den Situationen, die stressauslösenden Reaktionen auslösen, werden die körperlichen Stressreaktionen als Anzeichen für die Krankheit dysfunktional interpretiert. Dieses verstärkt die Krankheitsangst, die körperlichen Stressreaktionen und die Missempfindungen. Hier findet ein Teufelskreis statt. All diese Komponente sollen schriftlich erfasst werden.
Wahrnehmungslenkung und Stressreduktion in der Verhaltenstherapie
Training der Wahrnehmungslenkung auf Dinge, die keine Gefahr bedeuten. Die krankheitsphobische Aufrichtung der Aufmerksamkeit auf die Körperwahrnehmung intensiviert die Körperwahrnehmung und die Missempfindungen: Somasensorische Intensivierung
Das Sicherheit-suchendes Verhalten, das zwanghaft-phobische Gesundheits-Kontrollbedürfnis soll reduziert werden.
Stress führt zu Alarm-reaktiven, körperlichen Reaktionen im gesamten Körper. Stressoren sollen abgebaut werden.
Bei unzureichender Informationslage soll Krankheitsphobie durch funktionale Realitätstestung, funktionale Recherche und fachärztliche, medizinische Untersuchung ersetzt werden.
Dysfunktionales, krankheitsphobischer Grübelzwang soll durch festgelegte verhaltenstherapeutische Expositionen ersetzt werden.
Kontakt Egon Molineus
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Dipl.-Psych. Egon Molineus
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