Substanzungebundene Abhängigkeit

Verhaltenssucht kann das Leben stark beeinträchtigen und Betroffene in einen Kreislauf aus Suchtverhalten, kurzfristiger Erleichterung und langfristigen negativen Folgen führen. Eine professionelle Psychotherapie mit Suchttherapie können dabei helfen, die Ursachen der Verhaltenssucht zu verstehen, neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln und wieder mehr Kontrolle über das eigene Leben zu gewinnen.

 

Suchttherapie in Hamburg Altona Ottensen & Hohwacht Plön Holstein

Dieses Foto, das den Moment einer gewaltigen Befreiung am Pazifischen Ozean nach einer langen Lebensreise festhält, erinnert manche Lebenskünstler an das Gefühl, sich von einer Verhaltenssucht zu befreien.

 

Dipl.-Psych. Egon Molineus, Psychologischer Psychotherapeut, Verhaltenstherapeut und Coach, verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Suchtkranken. So war er mehrere Jahre in einer ambulanten Suchtambulanz sowie außerdem auf einer stationären Suchtstation in einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie tätig.


Heute bietet er deshalb seine Unterstützung für Menschen mit Abhängigkeiten in seiner eigenen Praxis für Coaching und Psychotherapie in Hamburg Altona Ottensen sowie zudem in Hohwacht an der Ostsee im Kreis Plön in Schleswig-Holstein an. Dabei behandelt er unter anderem Suchterkrankungen in folgenden Bereichen:

Verhaltenssüchte (Substanzungebundene Abhängigkeiten):
- Spielsucht
- Mediensucht (Fernseh-, Handy-, Internet- und Computerspielsucht)
- Arbeitssucht
- Kaufsucht
- Sexsucht, Sexualsucht, Hyperlibido, Hypererotizismus, Sexualzwang, Sexualabhängigkeit, Sexaholismus, Zwanghaftes Sexualverhalten, Erotomanie, Satyriasis, Donjuanismus, Nymphomanie
- Sportsucht
- Pornographiesucht

 

 

Funktion einer Verhaltenssucht

Leiden Sie an einer Suchtstörung?

Was steckt also hinter dieser problematischen Bewältigungsstrategie?

Eine Verhaltenssucht zielt darauf ab, unangenehme Gefühle zu vermeiden und sofort Glückshormone zu erzeugen. Sie belohnt also augenblicklich, anstatt langfristige Lösungen anzustreben.

 

Substanzungebundene Abhängigkeiten und Verhaltenssucht

Symptome einer Verhaltenssucht (Substanzungebundene Abhängigkeit):

Gedankliche Fixierung: Sind Sie gedanklich ständig mit dem Suchtverhalten beschäftigt? Fokussieren Sie sich dabei zunehmend auf ein bestimmtes Verhaltensmuster?

Exzessives Verhalten: Üben Sie das Suchtverhalten in übermäßiger Weise aus? Dazu gehören zum Beispiel exzessives Spielen, übermäßiger Medienkonsum, zwanghaftes Arbeiten, übermäßiger Einkauf, intensiver Sport oder der Konsum von Pornografie.

Suchtdruck: Verspüren Sie deshalb einen starken Wunsch oder gar einen Zwang, das Suchtverhalten auszuführen?

Impulskontrollstörung: Haben Sie außerdem Schwierigkeiten, Ihre Impulse zu kontrollieren, etwa beim Beginnen, Beenden oder Dosieren des Verhaltens?

Entzugssymptome: Treten bei Ihnen zudem Entzugssymptome auf, sobald Sie das Verhalten reduzieren oder einstellen?

Toleranzentwicklung: Müssen Sie en su libro das Verhalten außerdem in zunehmendem Maße ausführen, um die gleiche Wirkung zu erzielen wie früher?

Vernachlässigung anderer Interessen: Vernachlässigen Sie dadurch also andere Hobbys oder Interessen zugunsten des Suchtverhaltens?

Fortsetzung trotz negativer Folgen: Führen Sie das Verhalten dennoch weiter aus, obwohl es bereits zu schädlichen Folgen geführt hat – etwa zu depressiven Verstimmungen oder einer Verschlechterung Ihrer kognitiven Funktionen?

 

ICD-10-Diagnosen bei Verhaltenssucht

F63 Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle

Zu dieser Gruppe gehören außerdem folgende Diagnosen:

F63.0 Pathologisches Spielen

F63.8 Sonstige abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle

F63.9 Abnorme Gewohnheit und Störung der Impulskontrolle, nicht näher bezeichnet

 

Verhaltenstherapeutische Strategien bei Verhaltenssucht

Verhaltenssüchte, auch bekannt als substanzungebundene Abhängigkeiten, umfassen eine Vielzahl von süchtigen Verhaltensweisen, wie zum Beispiel Spielsucht, Internetsucht, Kaufsucht oder Arbeitssucht. Diese Süchte zeichnen sich nämlich durch zwanghaftes Verhalten aus, das oft negative Konsequenzen hat, allerdings ohne den Konsum einer suchterzeugenden Substanz.

Die Verhaltenstherapie wie bei Egon Molineus praktiziert hat sich dabei als besonders wirksam bei der Behandlung dieser Suchtformen erwiesen. Deshalb kommen in der Therapie von Verhaltenssüchten folgende zentrale Strategien zum Einsatz:

 

1. Verhaltensanalyse und Identifikation von Auslösern

Ziel ist es, die spezifischen Auslöser und Bedingungen zu identifizieren, die das süchtige Verhalten begünstigen. Deshalb führen die Patienten oft ein Tagebuch oder Protokoll, um ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen in entsprechenden Situationen zu dokumentieren. Dadurch lassen sich Muster erkennen und die auslösenden Faktoren besser verstehen.

 

2. Kognitive Umstrukturierung

Ziel ist die Veränderung dysfunktionaler Gedankenmuster, die das süchtige Verhalten aufrechterhalten. Dafür arbeitet der Therapeut mit dem Patienten zusammen, um irrationale Überzeugungen (z. B. "Ich brauche das Glücksspiel, um mich gut zu fühlen") zu identifizieren und durch realistischere, hilfreichere Gedanken zu ersetzen.

 

3. Expositionsverfahren

Ziel ist die Reduktion der Anziehungskraft und des Verlangens nach dem süchtigen Verhalten. Dafür wird der Patient kontrolliert und schrittweise mit den auslösenden Situationen im Therapieraum Hamburg Altona Ottensen konfrontiert, ohne jedoch das süchtige Verhalten auszuüben. Dadurch schwächt sich die emotionale Reaktion auf die Auslöser ab.

 

4. Verstärkerplanung und Belohnungssysteme

Ziel ist die Förderung alternativer, positiver Verhaltensweisen. Deshalb werden positive Verhaltensänderungen durch Belohnungen verstärkt, etwa durch positive Rückmeldungen, Privilegien oder selbst gesetzte Ziele. So kann der Patient neue Verhaltensweisen etablieren, die das süchtige Verhalten ersetzen.

 

5. Training sozialer Kompetenzen

Ziel ist die Verbesserung der zwischenmenschlichen Fähigkeiten, die bei Süchtigen oft beeinträchtigt sind. Durch Rollenspiele, Strukturarbeit und weitere Übungen in der Gruppentherapie lernen die Patienten deshalb, soziale Situationen besser zu meistern, Konflikte zu bewältigen und ihre Bedürfnisse auf gesunde Weise auszudrücken.

 

6. Problemlösetraining

Ziel ist die Förderung der Fähigkeit, alltägliche Probleme konstruktiv zu bewältigen. Dafür erarbeitet der Patient gemeinsam mit dem Therapeuten Lösungen für konkrete Probleme, die oft im Zusammenhang mit der Sucht stehen, etwa finanzielle Schwierigkeiten oder Konflikte in Beziehungen.

 

7. Rückfallprävention

Ziel ist die langfristige Aufrechterhaltung der Abstinenz beziehungsweise Kontrolle über das süchtige Verhalten. Deshalb werden Strategien entwickelt, um frühzeitig auf Rückfallsignale zu reagieren und alternative Handlungsweisen zu finden. Dazu gehört auch ein Notfallplan für besonders risikoreiche Situationen.

 

8. Achtsamkeitsbasierte Verfahren

Hierbei geht es also um die Erhöhung des Bewusstseins für eigene Gedanken und Gefühle, ohne sofort darauf zu reagieren. Techniken wie Meditation oder Achtsamkeitstraining werden deshalb dafür eingesetzt, um dem Patienten zu helfen, impulsive Reaktionen zu kontrollieren und einen bewussteren Umgang mit Suchtdruck zu entwickeln.

Diese Strategien werden in der Regel individuell an den Patienten angepasst, und zwar basierend auf der spezifischen Art der Verhaltenssucht sowie den persönlichen Ressourcen. Sie zielen darauf ab, sowohl das süchtige Verhalten selbst als auch die zugrunde liegenden psychologischen und sozialen Faktoren zu adressieren, um so eine nachhaltige Veränderung zu erreichen.

 

Kaufsucht als Verhaltenssucht

Therapieziele und Therapieplan bei pathologischem Kaufverhalten

Was wir gemeinsam erreichen möchten

Wenn Sie unter krankhaftem Kaufverhalten leiden, wissen Sie wahrscheinlich bereits, wie belastend dieser Zustand sein kann. Die gute Nachricht ist jedoch: Kaufsucht wird verhaltenstherapeutisch in den Praxen von Egon Molineus behandelt, und es gibt wirksame Wege heraus. Deshalb arbeiten wir in der Therapie gemeinsam daran, dass Sie wieder die Kontrolle über Ihr Kaufverhalten gewinnen und dadurch ein zufriedeneres Leben führen können.

Unsere Hauptziele sind:

Wieder Kontrolle gewinnen: Sie lernen, Kaufimpulse zu erkennen und ihnen nicht mehr hilflos ausgeliefert zu sein. Dadurch werden ungeplante Käufe deutlich seltener.

Neue Wege finden, mit Gefühlen umzugehen: Statt durch Einkaufen zu versuchen, sich besser zu fühlen, entwickeln Sie gesündere Strategien für schwierige Momente.

Finanzielle Sicherheit zurückgewinnen: Gemeinsam erstellen wir einen realistischen Finanzplan und arbeiten daran, bestehende Schulden abzubauen.

Sich wieder wohler fühlen: Die Schuld- und Schamgefühle nach dem Kaufen werden weniger, und Sie gewinnen dadurch inneren Frieden zurück.

Darüber hinaus arbeiten wir daran, dass Ihr Selbstwertgefühl nicht mehr von Käufen oder Besitz abhängt, dass Sie besser mit Stress umgehen können und dass Sie sich außerdem ein tragfähiges soziales Netz aufbauen.

 

Wie die Therapie abläuft

Die Behandlung der Kaufsucht folgt keinem starren Schema. Denn jeder Mensch ist anders, und deshalb passen wir den Therapieweg individuell an Ihre Situation an. Manche Themen bearbeiten wir dabei nacheinander, andere parallel – je nachdem, was für Sie gerade wichtig ist.

 

Die Verhaltenssucht verstehen

Am Anfang steht das Verstehen. Deshalb schauen wir uns gemeinsam an, wie sich Ihre Kaufsucht als Verhaltenssucht entwickelt hat: Wann fing es an? Was sind Ihre persönlichen Auslöser? Und in welchen Situationen wird der Drang zu kaufen besonders stark?

Außerdem erkläre ich Ihnen, wie diese Verhaltenssucht funktioniert – nämlich wie sich der Teufelskreis aus Belastung, Kaufimpuls, kurzfristiger Erleichterung und anschließender Reue immer weiter dreht. Dieses Verständnis ist wichtig, denn wenn Sie die Mechanismen kennen, können Sie sie auch durchbrechen.

Darüber hinaus besprechen wir ganz praktisch, was die Verhaltenssucht für Sie bedeutet: Welche Hoffnungen verbinden Sie zum Beispiel mit einer Veränderung? Was würde sich in Ihrem Leben verbessern? Diese Klarheit über Ihre eigenen Ziele gibt Ihnen letztlich Kraft für den Weg.

 

Den Überblick über die Verhaltenssucht gewinnen

Ein wichtiger erster Schritt ist, dass Sie sich selbst besser beobachten lernen. Dafür führen Sie ein Kauftagebuch – keine Sorge, das ist nämlich einfacher, als es klingt. Sie notieren einfach: Wann kaufe ich? Was fühle ich vorher? Was denke ich? Was kaufe ich? Und wie fühle ich mich danach?
 

Beim gemeinsamen Anschauen dieses Tagebuchs entdecken Sie außerdem Muster, die Ihnen vorher vielleicht nicht bewusst waren. Kaufen Sie zum Beispiel besonders am Wochenende? Oder immer dann, wenn Sie gestresst sind? Oder eher nach Konflikten? Diese Erkenntnisse sind wertvoll, denn sie zeigen uns, wo wir gezielt ansetzen können.

 

Risikosituationen bei Verhaltenssucht entschärfen

Wenn wir wissen, was Ihre persönlichen Risikosituationen sind, können wir gezielt gegensteuern. Ein wichtiger Ansatz ist deshalb, Versuchungen von vornherein zu reduzieren. Das kann zum Beispiel ganz praktisch bedeuten: Werbe-Newsletter abbestellen, Shopping-Apps vom Handy löschen oder andere Wege zur Arbeit nehmen, die nicht an Geschäften vorbeiführen.


Außerdem können Sie Ihre Kreditkarte einer Vertrauensperson geben oder nur noch Bargeld nutzen, um so ein besseres Gefühl für Ihre Ausgaben zu bekommen.
Das ist übrigens keine Bevormundung, sondern eine kluge Strategie. Denn Sie machen es sich damit selbst leichter, indem Sie Stolpersteine aus dem Weg räumen.

 

Suchtdruck und Impulse bei Verhaltenssucht stoppen lernen

Natürlich können Sie nicht alle Kaufsituationen vermeiden. Deshalb lernen Sie konkrete Techniken, wie Sie mit Kaufimpulsen umgehen können, sobald sie auftreten.


Eine bewährte Methode ist zum Beispiel die 48-Stunden-Regel: Nichts wird spontan gekauft, sondern Sie warten immer mindestens zwei Tage. Dabei werden Sie überrascht sein, wie oft der Wunsch in dieser Zeit einfach verschwindet.


Außerdem üben wir die Stopp-Technik: Sobald Sie einen Kaufimpuls spüren, halten Sie bewusst inne, sagen innerlich "Stopp!" und verlassen die Situation. Oder Sie lenken sich ab – indem Sie jemanden anrufen, spazieren gehen oder etwas mit den Händen machen.


Solche Techniken klingen zwar erst einmal einfach, aber sie brauchen dennoch Übung. Deshalb trainieren wir sie auch in Rollenspielen oder bei begleiteten Einkaufsgängen, damit Sie im Ernstfall darauf zurückgreifen können.

 

Gefühle bei Verhaltenssucht anders bewältigen

Für viele Menschen mit Kaufsucht ist das Einkaufen ein Weg, mit unangenehmen Gefühlen umzugehen. Sie fühlen sich zum Beispiel leer, einsam, gestresst oder traurig – und kaufen deshalb etwas, um sich besser zu fühlen. Das funktioniert zwar kurzfristig, macht langfristig aber alles schlimmer.


Deshalb ist es so wichtig, andere Wege zu finden, mit schwierigen Emotionen umzugehen. Wir schauen uns dafür an: Was genau fühlen Sie eigentlich? Können Sie verschiedene Gefühle voneinander unterscheiden? Und was brauchen Sie wirklich in diesem Moment?


Außerdem lernen Sie verschiedene Techniken kennen, die dabei helfen können: Atemübungen, sobald Sie angespannt sind. Progressive Muskelentspannung, wenn der Stress zu groß wird. Und Achtsamkeitsübungen, um im gegenwärtigen Moment anzukommen, statt in Sorgen zu versinken.


Gemeinsam stellen wir schließlich Ihren persönlichen "Notfallkoffer" zusammen – eine Sammlung von Strategien, auf die Sie zurückgreifen können, sobald es Ihnen schlecht geht.

 

Neue Quellen der Freude bei Verhaltenssucht entdecken

Wenn Einkaufen nicht mehr Ihre Hauptquelle für gute Gefühle sein soll, brauchen Sie deshalb Alternativen. Wir erarbeiten gemeinsam eine Liste von Dingen, die Ihnen Freude machen oder früher Freude gemacht haben: zum Beispiel Sport treiben, Yoga üben, Freunde treffen, kreativ sein, in der Natur sein, lesen, Musik hören oder meditieren.


Anschließend geht es darum, diese Aktivitäten konkret in Ihren Alltag einzubauen. Besonders wichtig ist das für kritische Zeiten – etwa den Freitagabend, das Wochenende oder den Tag nach einem stressigen Arbeitstag. Deshalb planen wir gemeinsam, wie Sie diese Zeiten mit sinnvollen und schönen Dingen füllen können.


Außerdem lernen Sie, sich selbst zu belohnen, ohne dabei etwas zu kaufen. Eine Belohnung kann zum Beispiel sein: Zeit für sich nehmen, etwas Besonderes unternehmen oder sich bewusst etwas gönnen, das nichts kostet – ein ausgedehntes Bad, ein Spaziergang bei Sonnenuntergang oder ein Telefonat mit einem lieben Menschen.

 

Gedanken und Verhaltensmuster bei Verhaltenssucht hinterfragen

Unsere Gedanken haben großen Einfluss auf unser Verhalten. Bei Kaufsucht gibt es deshalb oft typische Gedanken, die das Kaufen befeuern: "Ich hab es mir verdient", "Das macht mich glücklich", "Das brauche ich unbedingt" oder "Es ist im Angebot, das wäre dumm, es nicht zu kaufen".

Wir schauen uns solche Gedanken genau an und hinterfragen sie: Stimmt das wirklich? Hat der letzte Kauf Sie tatsächlich glücklich gemacht – und wenn ja, wie lange? Brauchen Sie es wirklich, oder ist das nur ein Gefühl?

Außerdem lernen Sie, solche Gedanken zu erkennen und durch realistischere zu ersetzen. Zum Beispiel so: "Ich fühle mich gerade schlecht und glaube, dass ein Kauf hilft – aber ich weiß, dass ich mich danach noch schlechter fühle. Deshalb kann ich auch etwas anderes tun."

Wir arbeiten außerdem daran, wie Sie über sich selbst denken, besonders wenn es um Ihren Selbstwert geht. Denn viele Menschen mit Kaufsucht haben das Gefühl, durch Käufe oder Besitz wertvoller zu werden. Das ist zwar eine Illusion, aber eine hartnäckige. Deshalb entwickeln wir gemeinsam ein gesünderes Selbstbild.

 

Selbstwert bei Verhaltenssucht stärken

Hinter der Kaufsucht verbirgt sich oft ein fragiler Selbstwert. Vielleicht haben Sie das Gefühl, nur mit den richtigen Dingen, der richtigen Kleidung oder dem richtigen Aussehen wertvoll zu sein. Oder Sie versuchen, durch Käufe ein inneres Loch zu füllen.

Deshalb schauen wir in der Therapie gemeinsam an, woher diese Selbstwertprobleme kommen. Dabei identifizieren wir Ihre echten Stärken und Qualitäten – denn die haben nichts mit Besitz zu tun. Außerdem arbeiten wir daran, dass Sie sich selbst mehr wertschätzen können, so wie Sie sind.

Sie lernen zudem, unabhängiger von der Meinung anderer zu werden. Es ist nämlich in Ordnung, wenn nicht alle Sie mögen oder bewundern. Denn Ihr Wert hängt weder davon ab, was andere denken, noch davon, was Sie haben. Hierfür ist Gruppentherapie stark indiziert. 

 

Biografische Wurzeln verstehen

Manchmal hilft es außerdem, weiter in die Vergangenheit zu schauen. Wie war das zum Beispiel mit Geld und Konsum in Ihrer Familie? Wurden Sie als Kind mit Geschenken belohnt oder getröstet? Gab es einen Mangel, den Sie jetzt ausgleichen wollen? Oder war Konsum schon immer ein wichtiges Thema?

Zudem schauen wir auch auf tieferliegende emotionale Themen: Gibt es ein Gefühl innerer Leere? Fühlen Sie sich oft einsam? Gab es Verluste oder Verletzungen in Ihrem Leben, die noch nicht verarbeitet sind?

Diese Arbeit ist zwar manchmal schmerzhaft, aber auch befreiend. Denn wenn Sie verstehen, woher Ihre Kaufsucht kommt, verliert sie etwas von ihrer Macht über Sie. Dadurch können wir außerdem gezielter an den wahren Problemen arbeiten, nicht nur an den Symptomen.

 

Beziehungen stärken

Einsamkeit und soziale Isolation sind oft Teil des Problems bei Kaufsucht. Vielleicht haben Sie sich zurückgezogen, weil Sie sich schämen. Oder Beziehungen sind zerbrochen, etwa wegen der finanziellen Probleme oder wegen Lügen über Ihr Kaufverhalten.

Deshalb schauen wir uns Ihre sozialen Beziehungen gemeinsam an: Welche tragfähigen Beziehungen haben Sie? Wo wünschen Sie sich mehr Nähe? Und was brauchen Sie eigentlich an sozialer Unterstützung?

Falls nötig, trainieren wir außerdem soziale Fertigkeiten: Wie können Sie besser kommunizieren? Wie können Sie Nein sagen? Wie lösen Sie Konflikte? Und wie bauen Sie neue Kontakte auf?

Denn echte menschliche Verbindungen sind eine wichtige Quelle für Lebensfreude und Selbstwert – und zwar viel tragfähiger als jeder Kauf.

 

Die Finanzen in den Griff bekommen

Kaufsucht führt meist zu finanziellen Problemen, und diese Probleme erzeugen wiederum Stress, der erneut zum Kaufen verleitet. Diesen Teufelskreis müssen wir deshalb durchbrechen.

Gemeinsam schaffen wir zunächst Klarheit über Ihre finanzielle Situation: Welche Schulden gibt es? Welche Einnahmen und Ausgaben haben Sie? Anschließend erstellen wir einen realistischen Plan: Wie viel können Sie wofür ausgeben, und wie können Sie Schulden abbauen?

Falls nötig, vermittle ich Sie außerdem an professionelle Schuldnerberatung. Denn manchmal sind die finanziellen Probleme so groß, dass spezialisierte Hilfe sinnvoll ist.

Zudem arbeiten wir daran, dass Sie einen gesünderen Umgang mit Geld entwickeln. Geld ist nämlich nicht Ihr Wert, und es ist auch nicht die Lösung für alle Probleme. Es ist lediglich ein Mittel zum Leben, nicht mehr und nicht weniger.

 

Rückfällen vorbeugen

Veränderung ist selten ein gerader Weg. Deshalb kann es sein, dass Sie zwischendurch wieder einen Rückfall haben. Das ist aber nicht schlimm – denn das gehört zum Prozess dazu. Wichtig ist lediglich, dass Sie daraus lernen und weitermachen.

Gemeinsam erarbeiten wir außerdem einen konkreten Rückfallpräventionsplan: Was sind Ihre persönlichen Warnsignale? Welche Situationen sind besonders riskant? Was können Sie in solchen Momenten tun, und wen können Sie anrufen?

Zudem lernen Sie, wie Sie mit einem Rückfall umgehen, falls er passiert: nicht aufgeben, nicht in Selbstvorwürfe versinken, sondern analysieren, was passiert ist, und dann schnell wieder zum hilfreichen Verhalten zurückkehren.

 

Unterstützung durch andere

Sie müssen diesen Weg nicht alleine gehen. Deshalb empfehle ich die Kombinationstherapie aus Einzeltherapie und Gruppentherapie. Dort treffen Sie nämlich Menschen, die ähnliche Erfahrungen haben. Das kann sehr entlastend sein – denn Sie merken, dass Sie nicht allein sind und dass andere es bereits geschafft haben.

Auch Ihr privates Umfeld kann wichtig sein. Falls Sie es wünschen, können wir außerdem Angehörige – etwa Partner oder Familie – in die Therapie einbeziehen. Dadurch können sie lernen, wie sie Sie am besten unterstützen, und wir können zudem Konflikte bearbeiten, die durch die Kaufsucht entstanden sind.

 

Weitere psychische Belastungen

Kaufsucht tritt oft zusammen mit anderen psychischen Problemen auf – häufig etwa mit Depressionen oder Angststörungen. Falls das bei Ihnen der Fall ist, behandeln wir deshalb auch diese Probleme mit. Manchmal ist zudem eine zusätzliche psychiatrische Begleitung sinnvoll, besonders wenn Medikamente hilfreich sein könnten.

Denn es ist wichtig, den ganzen Menschen zu sehen, und nicht nur die Kaufsucht. Häufig hängt nämlich alles zusammen, und wenn wir an mehreren Stellen ansetzen, verbessert sich die Situation dadurch deutlich.

 

Wie wir den Erfolg überprüfen

Während der Therapie schauen wir regelmäßig, wie es Ihnen geht und ob wir auf dem richtigen Weg sind. Dafür nutzen wir verschiedene Mittel.

Sie füllen zum Beispiel in bestimmten Abständen wieder den Fragebogen zur Kaufsucht aus – so können wir objektiv sehen, ob sich etwas verbessert. Außerdem zeigt uns Ihr Kauftagebuch, ob Sie seltener kaufen, ob die Ausgaben weniger werden und ob sich Ihre Gefühle verändern. Zudem sprechen wir darüber, wie es Ihnen geht, ob der Leidensdruck abnimmt und ob Sie die gelernten Strategien im Alltag anwenden können.

Diese regelmäßigen Überprüfungen helfen uns dabei, den Therapieplan anzupassen. Denn wenn etwas nicht funktioniert, probieren wir etwas anderes aus. Und wenn Sie besonders an einem Punkt kämpfen, legen wir dort mehr Gewicht drauf.

 

Ein individueller Weg

Dieser Therapieplan ist ein Rahmen, kein starres Programm. Denn jeder Mensch ist anders, und jede Kaufsucht hat ihre eigenen Facetten. Deshalb passen wir alles individuell an Sie an.

Manche Menschen brauchen am Anfang vor allem praktische Verhaltenskontrolle, während andere zuerst an ihren Emotionen arbeiten müssen. Manche haben zudem schwere finanzielle Probleme, die dringend Aufmerksamkeit brauchen, während bei anderen eher die Selbstwertarbeit im Vordergrund steht.

Wichtig ist dabei: Sie sind nicht passiver Empfänger von Therapie, sondern aktiver Gestalter Ihres Weges. Denn Ihre Erfahrungen, Ihre Bedürfnisse und Ihr Tempo bestimmen, wie wir vorgehen.

 

Der Ausblick bei Verhaltenssucht

Die Behandlung von Kaufsucht ist ein Prozess, der Zeit braucht. Aber die Aussichten sind gut: Mit den richtigen Methoden und Ihrer Bereitschaft zur Veränderung können Sie nämlich die Kontrolle über Ihr Leben zurückgewinnen.

Sie werden lernen, mit schwierigen Gefühlen umzugehen, ohne zu kaufen. Außerdem werden Sie Ihren Selbstwert auf solidere Grundlagen stellen und finanzielle Stabilität zurückgewinnen. Und Sie werden dadurch ein erfüllteres Leben führen, in dem Konsum nicht mehr die Hauptrolle spielt.

Der Weg ist zwar nicht immer leicht, aber er lohnt sich – und Sie gehen ihn nicht allein.

 

Kontakt Egon Molineus

Wenn Sie einen TERMIN in meiner Praxis für Psychotherapie in Hamburg Altona Ottensen & Psychotherapie Hohwacht Plön Holstein vereinbaren möchten, dann klicken Sie auf Anfrage 

 

 

 

 

 

 

 

 

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