Esssucht = Essstörung

Leiden Sie unter einer Esssucht/ einer Essstörung? Dann sind Ihnen vermutlich einige der folgenden Symptome bekannt:

  • Fressattacken? Essattacken
  • Andauernde Beschäftigung mit Essen?
  • Gier oder Zwang zu essen?
  • Selbstinduziertes Erbrechen?
  • Abführmitteln?
  • Hungerperioden?
  • Appetitzüglern?
  • Selbstwahrnehmung als "zu fett"?
  • Eine Störung des eigenen Körperbildes und der Einstellung zum eigenen Körper?
  • Furcht, zu dick zu werden?

 

Deshalb werden in den Psychotherapiepraxen von Dipl.-Psych. Egon Molineus in Hamburg-Altona und Hohwacht-Plön-Holstein – inklusive eines Seminarraums für Gruppenangebote in Ottensen – folgende Essstörungen verhaltenstherapeutisch behandelt:

  • Essattacken/ Fressattacken mit Kontrollverlust (Bing eating)
  • Bulimie/ Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht)
  • Fasten

 Außerdem damit verbundene: Adipositas/ Übergewicht.

 

 

Problembereiche in der Essstörung

Beispiele von Problembereichen, die zu einer Essstörung führen können und die verhaltenstherapeutisch bewältigt werden können, finden sich in mehreren Lebensbereichen.

 

Körper:

Zunächst spielt der Körper eine zentrale Rolle, denn ein unrealistisches Schlankheitsideal entspricht oft nicht der eigenen biologischen Konstitution:

  • Nicht realistische Zielsetzung für die Maße des eigenen Körpers (oft durch schädliche Werbekampagnen geprägt).
  • Nicht-Akzeptanz oder verzerrte Wahrnehmung der eigenen körperlichen Konstitution.
  • Mythisches Glauben an die Bedeutung von körperlicher Figur, wodurch sich unrealistische Angst entwickelt.
  • Eine tief eingebildete Körperschemastörung.
  • Extrem dysfunktionale Fokussierung auf das Körperbild.

 

Bedürfnisse und Interaktion:

  • Darüber hinaus treten häufig Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich auf:
  • Fehlende Fertigkeiten, eigene Bedürfnisse zu erfüllen. Mangelhafte soziale Kompetenzen.
  • Ein nicht erfüllendes Beziehungsleben.Kommunikationsschwierigkeiten mit anderen Menschen.
  • Schwierigkeiten mit Nähe und Kontakt.
  • Übermäßiges Bedürfnis nach Fremdbestätigung.
  • Dadurch entsteht oft eine selbstunsichere, dependente Persönlichkeit.

 

Wert und Erwartung:

Gleichzeitig bestehen häufig überhöhte Erwartungen an sich selbst:

  • Übertriebene Selbsterwartungen bezüglich der eigenen Leistung.
  • Niedriger Selbstwert, wenig Selbstbewusstsein.

 

Fertigkeiten:

Zudem fehlen oft wichtige Bewältigungsstrategien:

 

Emotionsregulation:

Schließlich ist auch der Umgang mit den eigenen Emotionen betroffen:

  • Ein selbstbelastender Umgang mit Emotionen. Daher haben sich Erbrechen und Fasten als dysfunktionales Reaktionsmuster konditioniert.
  • Es hat sich infolgedessen ein Suchtmuster nach biologisch-psychologischem Rausch entwickelt.
  • Eine dysfunktionale, stark konditionierte Beziehung zu kalorienreichen Lebensmitteln.

 

 

Behandlung von bing eating in Hamburg und Holstein

Fresssucht

Binge Eating, auch als Fresssucht bezeichnet, gehört zu den häufigsten Essstörungen und ist durch wiederkehrende Essanfälle mit Kontrollverlust gekennzeichnet. Deshalb finden Sie im Folgenden einen Überblick über Diagnostik, Symptome, Ursachen und die verhaltenstherapeutische Behandlung dieser Störung in den Praxen von Dipl.-Psych. Egon Molineus in Hamburg-Altona und Plön/Holstein.

 

 

Diagnose der Essstörung Binge Eating (BED)

Diagnostisch wird die Binge-Eating-Störung wie folgt eingeordnet:

  • DSM-5: Binge-Eating-Störung
  • ICD-10: „Nicht näher bezeichnete Essstörung" (F50.9) oder „Essattacken bei sonstigen psychischen Störungen" (F50.4)
  • ICD-11: 6B82 Binge-Eating-Störung (eigenständige Diagnose unter „Fütter- oder Essstörungen")

 

Symptome der Essstörung Binge Eating

Symptome von Binge Eating / Fresssucht:

  • Fressattacken oder Fressanfälle.
  • Die Fresssucht tritt in Schüben auf. Periodische Heißhungeranfälle. Wiederkehrende Essanfälle, begleitet von einem Gefühl des Kontrollverlustes.
  • Häufigkeit der Essanfälle: mindestens einmal wöchentlich über drei Monate.
  • Leidensdruck wegen der Essanfälle.
  • Große Mengen an Nahrungsmitteln werden verzehrt – Essen großer Nahrungsmengen ohne körperlichen Hunger.
  • Meistens fettreiche und süße Lebensmittel.
  • Unangenehmes Völlegefühl: Essen, bis sich ein unangenehmes Völlegefühl einstellt.
  • Schneller als sonst essen, hastiges Essen („Schlingen").
  • Allein essen, weil Betroffene sich schämen.
  • Nach einem Essanfall folgen häufig: Scham, Ekel, Depressivität, Selbstwertverlust, Schuldgefühle, Niedergeschlagenheit.

 

Differenzialdiagnostik bei dieser Essstörung

DD Differenzialdiagnostik bei der Binge-Eating-Störung / Fresssucht:

  • Auf die Essanfälle folgen nicht regelmäßig unangemessene Gegenmaßnahmen.
  • Essanfälle treten nicht ausschließlich im Kontext einer Bulimia nervosa (BN) oder Anorexia nervosa (AN) auf.
  • Essanfälle sind ausschließlich psychisch bedingt und werden überwiegend durch negative Gefühle, Stress oder Langeweile ausgelöst.

 

Risikofaktoren für diese Essstörung

Risikofaktoren für die Entstehung von Binge Eating / Fresssucht:

  • Gezügeltes Essverhalten.
  • Übergewicht.
  • Negatives Körperbild.

 

Ursachen: Funktionale Analyse der Essstörung

Funktionale Analyse von Binge Eating / Fresssucht: Woher = Wozu diese Störung?

Aufrechterhaltende Faktoren (= gegenwärtige Ursachen) für die Binge-Eating-Störung (BED):

  • Patientinnen und Patienten werden mit den negativen Kognitionen und Emotionen fertig, die normalerweise mit Binge Eating einhergehen, indem sie einen dysfunktionalen Diät-Binge-Zyklus verstärken.
  • Durch einen Essanfall folgt eine Reduktion der Spannung, was zu einer negativen Verstärkung führt.
  • Die typische BED-Lösung versucht, den Zwang zum Essen durch Einschränkungen zu kontrollieren (z. B. Abstinenz, Widerstand gegen das Verlangen nach Nahrung, restriktive Ernährung). Anstatt jedoch die Kontrolle über den Zwang zum Essen zu erhöhen, neigen diese Einschränkungen dazu, den Wunsch nach Nahrung zu vergrößern, den Verlust der Kontrolle zu verursachen und dem Vergnügen des Bingens nachzugeben.
  • Dysfunktionale, maladaptive Emotionsregulation.
  • Unangenehme Empfindungen unterdrücken.
  • Stimmung aufhellen.
  • Spannung abbauen.
  • Vermeidungsverhalten.
  • Häufiges Grübeln über Nahrung.
  • Häufiges Diäthalten.
  • Restriktives Essverhalten.
  • Geringes Selbstwertgefühl.
  • Selbstwertprobleme.
  • Negative Emotionen

 

Psychotherapeutische Verfahren & Behandlungsziele

Psychotherapeutische Verfahren, Ziele und Ansätze bei der Binge-Eating-Störung / Fresssucht:

  • Kognitive Verhaltenstherapie.
  • Inkrementeller dreistufiger BED-Behandlungsansatz von Fairburn, Marcus, Wilson.
  • BST Bing Eating Therapy, vierstufiger Behandlungsansatz von Nardone & Salvini.
  • Behandlung der Symptome der BES (Binge Eating / Fresssucht), wie z. B. Essanfälle und Fressattacken.
  • Essverhalten normalisieren: regelmäßiges, gesundes Essverhalten. Ernährungsgewohnheiten verändern.
  • Eine zu starke Fokussierung auf Gewichtsreduktion kann den Abbau der Essanfälle/Fressattacken behindern, obwohl dies das primäre Behandlungsziel bei der BES ist.
  • Behandlung weiterer psychischer Beschwerden, wie z. B.:

 

Behandlung komorbider Störungen

Behandlung komorbider psychischer Störungen, wie z. B.:

 

Kognitive Neuausrichtung bei dieser Essstörung

Ansätze in der Behandlung von BES / Binge-Eating-Störung / Fresssucht:

Die therapeutische Sprache ist strategisch umstrukturierend und reframend, logisch, rational, zeigend-erklärend, überzeugend und einladend, suggestiv, metaphorisch-analogisch angewandt.

Bewertung und Erläuterung des kognitiven Rahmens für das Verständnis der Entwicklung und Aufrechterhaltung der Störung:

  • Die dysfunktionale Binging-Kontrollwahrnehmung mittels Essenreduktion soll korrigiert werden.
  • Es soll verstanden werden, dass essenverschiebende Kompensation die Binging-Vulnerabilität und den Genuss am Binging intensiviert und die Lage verschlechtert.
  • Es soll verstanden werden, dass die bisherige Störung durch einen verkehrten und wiederholten Lösungsversuch aufrechterhalten wurde und wird.
  • Es soll verstanden werden, dass ein solches Denk- und Wahrnehmungsmuster die Probleme intensiviert.
  • Es soll verstanden werden, dass nur die eigene Entscheidung, die Bedeutung der Wahrnehmung zu ändern und die Reaktion selbst zu verändern, zur Heilung führen kann.
  • Es soll verstanden werden, dass Gewichtszunahme und Kontrollverlust insgesamt die Ergebnisse von Essensverschiebung und Kontrollversuch sind.

 

Verhaltensbausteine der Therapie

Verhaltensbausteine der Therapie
Weitere Bausteine der Behandlung: Selbstbeobachtung des Essverhaltens, von Fressanfällen und deren Auslösern. Etablierung von Verhaltenszielen, Verträgen und Vereinbarungen. Einübung von Selbstanleitungen (Selbstverbalisationen, Selbstaussagen). Steigerung des Selbstvertrauens und der Selbstwirksamkeit:

Diätverhalten einstellen.
Fastenverhalten einstellen.
Restriktives Essverhalten einstellen.
Einführung moderater, flexibler, ausgeglichener, gesunder und regelmäßiger Mahlzeiten.

Außerdem spielt die Stimuluskontrolle eine zentrale Rolle: Die für ein erwünschtes Verhalten relevanten Situationen werden so verändert, dass die zukünftige Wahrscheinlichkeit für dieses Verhalten erhöht wird. Eine automatisierte Verhaltenskette wird unterbrochen. Durch ein neues Arrangement von situativen Bedingungen wird die Wahrscheinlichkeit für das Zielverhalten erhöht, während unerwünschtes Verhalten durch Einschränkung situativer Bedingungen reduziert wird. Darüber hinaus werden dichotome und verzerrte Kognitionen bezüglich Essen, Gewicht, Körperbild, Selbstwert und Selbstkontrollüberzeugungen identifiziert, reframt und verändert. Problemlösestrategien werden entwickelt und angewendet, während gleichzeitig kreative alternative Verhaltensweisen intensiv praktiziert werden. Zudem wird das soziale Kompetenzniveau gesteigert und Stressmanagement gefördert, sodass Essen nicht mehr als Bewältigungsstrategie eingesetzt wird. Die Fähigkeiten zur Emotionsregulation und Akzeptanz negativer Emotionen werden gestärkt, ebenso wie Strategien zur Bewältigung interpersoneller Konflikte. Schließlich stehen Reduktion von Perfektionismus, Steigerung der Selbstakzeptanz sowie Selbstverstärkung im Fokus – mit dem Ziel, das Selbstwirksamkeitsgefühl durch Selbstmonitoring eigener Erfolge zu stärken und den Genuss an positiver Selbstverantwortung zu intensivieren.

 

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